Warum Marketing-Leads im Vertrieb scheitern.
Der Systembruch zwischen Marketing und Vertrieb – und wie er sich lösen lässt
Marketing liefert Leads, die Kampagnen performen – und trotzdem sagt der Vertrieb: Die Leads bringen nichts. Was wie ein Abstimmungsproblem wirkt, ist in Wahrheit ein Systembruch.
Damit haben wir in der Praxis sehr häufig zu tun. Marketing liefert Leads. Die Anzahl der Leads stimmt mit den Zielen überein, Kampagnen performen, Formulare werden ausgefüllt. Und trotzdem sagt der Vertrieb: Die Leads bringen nichts.
Was dann passiert:
- Nachfassen wird verschoben
- Leads werden manuell nachqualifiziert
- Diskussionen entstehen
Und am Ende ist die Pipeline da. Aber sie ist nicht belastbar. Was wie ein Abstimmungsproblem wirkt, ist in Wahrheit etwas anderes: ein Systembruch.
Der entscheidende Hebel
Reproduzierbares Wachstum entsteht nicht durch mehr Leads, sondern durch ein System, das Nachfrage, Qualifizierung und die Übergabe sauber miteinander verbindet. Solange Marketing und Vertrieb unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wann ein Lead wertvoll ist, bleibt die Pipeline ein Schätzwert – kein Steuerungsinstrument.
Das eigentliche Problem in der Lead-Generierung
Wenn wir in Projekte einsteigen, stellen wir selten fest, dass Marketing oder Vertrieb schlecht arbeiten. Wir stellen fest: Das System ist nicht darauf ausgelegt, dass beide erfolgreich zusammenarbeiten.
Drei Bruchstellen, auf die man als Unternehmen achten sollte:
1. Keine gemeinsame Definition von Vertriebsreife
Marketing misst Interaktion. Vertrieb bewertet Kaufnähe. Beide sprechen über Leads – meinen aber etwas Unterschiedliches.
2. Kein belastbares Lead Scoring
Nicht jeder Kontakt ist gleich viel wert. Aber ohne Scoring wird jeder gleichbehandelt. Das Ergebnis: falsche Priorisierung, verlorene Zeit.
3. Keine klare Übergabelogik
Wann geht ein Lead an Sales? Wer ist verantwortlich? Was passiert, wenn er liegen bleibt? Wenn diese Fragen nicht eindeutig beantwortet sind, gehen Leads verloren – nicht weil sie schlecht sind, sondern weil das System und der Marketing- und Vertriebsprozess sie nicht auffängt.
Was das konkret kostet
Die Auswirkungen sind nicht theoretisch, sondern direkt messbar:
- Marketing investiert Budget in Nachfrage, die nicht in Pipeline übersetzt wird
- Vertrieb arbeitet zu früh oder an den falschen Kontakten
- Forecasts werden unzuverlässig
Das Unternehmen zahlt doppelt: für die Nachfrage, die nicht ankommt – und für den Vertrieb, der die falsche Arbeit erledigt.
Wie wir das bei 2HM lösen
Genau an dieser Stelle setzen wir mit unserer Methodik an.
BUILD
- Gemeinsame Definition von MQL und SQL
- Scoring-Logik auf Basis von Verhalten und Profil
- Klare Übergaberegeln zwischen Marketing und Vertrieb
Das ist keine Kampagne. Das ist Teil des Systemdesigns.
GROW
- Kampagnen entlang definierter Zielgruppen
- Qualifizierung nach klaren Kriterien
- Strukturierte Übergabe inklusive vollständiger Kontakthistorie
Der Vertrieb arbeitet nicht mehr blind, sondern informiert.
SCALE
- Lead Scoring im CRM
- Priorisierung und Benachrichtigungen
- SLA-Logiken für Follow-ups
Das Ergebnis: eine Pipeline, die steuerbar wird.
Best Practice aus unseren Projekten
Ein Hebel, der fast immer sofort wirkt:
- Einführung eines einfachen, verbindlichen Lead-Scorings
- Klare Definition, wann ein Lead an Sales übergeben wird
- Feste Reaktionszeiten im Vertrieb als SLA verankern
Kein komplexes System. Aber ein klares. Und genau das macht den Unterschied.
Fazit
Die Frage ist nicht: Soll Marketing besser werden oder Vertrieb? Die entscheidende Frage ist: Ist unser System und Prozess so gebaut, dass beide in dieselbe Richtung arbeiten?
Was Sie jetzt prüfen sollten:
- Haben Marketing und Vertrieb dieselbe Definition von Vertriebsreife?
- Gibt es eine klare, dokumentierte Übergabelogik?
- Können Sie Ihre Pipeline heute verlässlich prognostizieren?



